Zusatzqualifikation "Digitale Fertigungsprozesse"

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Die Entwicklungen der Industrie 4.0 bringen viele Veränderungen in die Arbeitswelt und in die berufliche Bildung. So sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen einem hohen Innovationsdruck ausgesetzt und benötigen für ihre innovative Leistungsfähigkeit hochqualifizierte Fachkräfte, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Neben den Prozessen verändert sich ebenfalls die Rolle des Facharbeiters. Von ihm wird zukünftig zunehmend verlangt, Entscheidungen im Sinne der Industrie 4.0 zu fällen, mehr Kommunikationsaufgaben wahrzunehmen und Prozesse und Systeme zu steuern. Dies stellt auch eine große Herausforderung an die Ausbildung der Facharbeiter/-innen dar, denn die Auszubildenden müssen innerhalb kurzer Zeit Prozesswissen eines digital vernetzten Arbeitsplatzes erlernen. 

Um Auszubildende auf diese Herausforderungen vorzubereiten und sie an die Themen von Industrie 4.0 heranzuführen, hat die Nachwuchsstiftung Maschinenbau im Juni 2016 das Pilotprojekt Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozess“ zunächst in OWL gestartet. 

Mit der Zusatzqualifikation wird den jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich entlang der Wertschöpfungskette die Prozesse einer Smart Factory zu erarbeiten und sich damit einzigartiges Fachwissen für die zukünftigen Veränderungen im Sinne der Industrie 4.0 anzueignen. 

Die Zusatzqualifikation hat eine Dauer von etwa 15 Monaten und beinhaltet einen Umfang von 200 Stunden. Sie erfolgt zeitlich vollständig additiv zur regulären Ausbildungszeit in Schule und Betrieb. In sieben Modulen werden folgende Themen sehr praxisorientiert vermittelt:

  • M1: Service- und Instandhaltungsprozesse
  • M2: Automatisierungstechnik
  • M3: Grundlagen von Datenschutz und Datensicherheit
  • M4: Konstruieren und Fertigen mit CAD/CAM-Systemen
  • M5: Gestalten von CNC-Fertigungsprozessen
  • M6: Additive Fertigungsprozesse
  • M7: Ökonomische Zusammenhänge der Industrie 4.0

Neben den klassischen Präsenzveranstaltungen werden im Projekt bewusst für die Zielgruppe ganz neue und innovative Lehr- und Lernformen angewendet, z. B. durch starke Einbindung von digitalen Medien, orts- und zeitungebundenen Projektarbeiten und Webinaren.

Die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ findet an zwei Standorten statt, dem Carl-Miele-Berufskolleg für Technik in Gütersloh und dem Berufskollege Kreis Höxter in Brakel. Beide Standorte haben sich mit Begleitung und Unterstützung der Nachwuchsstiftung Maschinenbau für die Umsetzung des Projekts technologisch weiterentwickelt. Aber auch die fachliche Weiterentwicklung der Lehrkräfte, die im Projekt als Dozenten und Experten tätig sind, war zu Projektbeginn ein wichtiger Baustein.

Zielgruppe dieser Zusatzqualifikation sind ambitionierte Auszubildende technisch-gewerblicher Berufe aus den KMU des Maschinen- und Anlagenbaus.

Die Teilnehmenden erhalten bei erfolgreichem Abschluss und Bestehen der Prüfung zusätzlich zu ihrem Berufsabschluss ein IHK-Zeugnis und ein Zeugnis der Nachwuchsstiftung Maschinenbau "Zusatzqualifikation | Digitale Fertigungsprozesse". Die hohe Qualität der Zusatzqualifikation und das besondere Engagement der Teilnehmenden werden damit angemessen und nachweisbar dokumentiert und sie für entsprechende Positionen im Unternehmen empfiehlt.

Dabei kommt die Zusatzqualifikation nicht nur den Teilnehmenden selbst zu Gute - viel mehr zielt sie darauf ab, die duale Ausbildung im Maschinenbau für junge Menschen langfristig attraktiver zu gestalten und damit gleichzeitig den Fachkräftebedarf in den kleinen und mittelständischen Unternehmen zu sichern. Denn insbesondere diese Unternehmen sind oftmals aus ökonomischen Gründen nicht in der Lage auf die industriellen Entwicklungen mit einer Anpassungsqualifizierung für ihre Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Auszubildenden adäquat zu reagieren. 

Mit aktuell 34 Teilnehmenden im ersten Durchlauf (Dez 2016 – Feb 2018) wurde die ursprüngliche Zielmarke von 25 Auszubildenden deutlich übertroffen und belegt den hohen Bedarf gut und zukunftsorientiert ausgebildeter Fachkräfte. Der zweite Durchlauf startet im März 2018 und die Nachwuchsstiftung Maschinenbau erwartet eine ähnliche hohe Resonanz.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ausbildung.digital und www.facebook.com/ZQ.Digitale.Fertigungsprozesse oder kontaktieren Sie uns gerne persönlich.

Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Nikolai Kimbel

Projektleiter
Telefon: +49 5205 74-2553       
Telefax: +49 5205 74-2554       
E-Mail: nikolai.kimbel@nws-mb.de

 

Das Projekt „Fachkraft für digitale Fertigungsprozesse“ wird im Rahmen des Programms JOBSTARTER plus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.