23.05.2017 | Impulstage 2017 wieder ein voller Erfolg

Die jährlichen Impulstage der Nachwuchsstiftung sind eine bekannte, beliebte und bewährte Plattform für alle Akteure der beruflichen Bildung. Und doch hatten die Impulstage 2017, die vom 09. bis 12.Mai 2017 stattfanden, einiges Neues und Besonderes zu bieten.

Nachwuchsstiftung Maschinenbau

Mit einem großen Festakt zu Beginn der Impulstage wurde die Nachwuchsstiftung Maschinenbau aus der Taufe gehoben (s. gesonderten Bericht zum Festakt), um dann in den Folgetagen das Thema „zukunftsorientierte Ausbildung“ mit vielen Besucherinnen und Besuchern in diversen Workshops, Einzel- und Gruppengesprächen und Präsentationen zu erörtern und den wichtigen Beitrag und das Angebot der Nachwuchsstiftung Maschinenbau für die Ausbildung herauszustellen.

Ausbildung 4.0

Über 180 Gäste verzeichnete die Nachwuchsstiftung allein beim Festakt, weitere 100 Besucherinnen und Besucher nutzten die folgenden Tage, um sich zu den folgenden Themen beraten zu lassen oder Informationen zu erhalten:

  • Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Ausbildungsverantwortliche
  • Vom 3D-Modell zum Bauteil in 30 Minuten
  • Neues Projekt: Innovative Ausbildungskultur in OWL
  • Digitale Fertigungsprozesse | Zusatzqualifikationen für die Ausbildung 4.0
  • Neues Projekt: Berufsabschluss für an- und ungelernte Beschäftigte
  • Neue Lernmethoden mit digitalen Medien

Sehr deutlich wurde dabei, dass das Thema „Industrie 4.0“ in der beruflichen Bildung voll angekommen ist und viele Multiplikatoren umtreibt. Unterschwellig klang auch durch, dass die Thematik hier und da mit einer gewissen Unsicherheit und Skepsis belegt ist und dementsprechend Fragen aufwirft:

„Was muss ich tun?“, „Wo muss ich investieren?“, „Wie müssen wir ausbilden?“, „Wo bleibt der Mensch?“, „Welche Kompetenzen sind noch gefragt?“, „Welche Konsequenzen hat das für Schule und Betrieb?“, „Wer hat in der Industrie 4.0- welche Aufgabe zu übernehmen?“ usw.

Natürlich gab und gibt es auch seitens der Nachwuchsstiftung keine letztgültige Antwort auf alle diese Fragen, aber die Nachwuchsstiftung Maschinenbau bietet sich hier gerne als Partner und Unterstützer in den Veränderungsprozessen an.

Berufsorientierung 4.0

Seit gut einem Jahr besteht eine enge Kooperation zwischen der Gesamtschule Rheda-Wiedenbrück und der Nachwuchsstiftung. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, durch verschiedene Projekte und Ansätze die Berufsorientierung zu stärken. Dafür fanden auch im Rahmen der Impulstage einige von der Nachwuchsstiftung organisierte Aktionen statt.

An jedem Tag nahm eine Gruppe von 20 Schülerinnen und Schülern im Haus DMG MORI an der Prozesskette „Formel 1-Modellwagen“ teil. Das Konzept existiert schon länger und wurde bereits auf einigen Messen sehr erfolgreich erprobt. Während die Teilnehmenden die Fertigung von Einzelteilen des Formel 1-Rennwagenmodells mitverfolgen bzw. selbst durchführen und irgendwann den Rennwagen montieren, erhalten sie fachkundige Betreuung von den Auszubildenden, die in der Regel verknüpft ist mit interessanten Informationen über die Ausbildung.

Ganz neu war aber, dass die gesamte Fertigung und Montage des Rennwagens erstmalig unter Einbindung von Industrie 4.0-Elementen erfolgte und damit noch mehr Begeisterung auslöste:

Bei dem Partner imsimity konfigurierten die Teilnehmenden zunächst virtuell ihren individuellen Rennwagen. Entsprechend der Konfiguration wurden die Teile an den CNC-Maschinen in der Ausbildungsabteilung von DMG MORI gefertigt.

EVO, ein weiterer neuer Partner der Nachwuchsstiftung, hatte sämtliche Produktionsdaten auf den Tablets dargestellt. Den gesamten Fertigungs- und Montageprozess durchliefen die Teilnehmenden mit Hilfe dieses Tablets. Dabei konnten sie den Status der Maschinen, die Verfügbarkeit des Materials, die verwendete Zeit je Arbeitsschritt und viele weitere interessante Prozessdaten einsehen und die jeweiligen Arbeitsgänge am Tablet an- und abmelden. Über einen Leitstand ließ sich so der gesamte Produktions- und Montageprozess in Echtzeit visualisieren und nach verschiedenen Parametern auswerten.

Eine Baugruppemontage des Rennwangens erfolgte zudem an einem innovativen projektionsgestützten Assistenzmontagearbeitsplatz von Assembly Solutions.

Mit diesem einzigartigen und innovativen Konzept ist es gelungen, eine noch größere Begeisterung für die Berufe im Maschinenbau zu wecken, wie viele der Teilnehmenden in einer anschließenden Reflexionsrunde bestätigten.

Doch nicht nur Schülerinnen und Schüler erlebten den Maschinenbau hautnah mit. Auch für die Lehrkräfte und Eltern bot die Nachwuchsstiftung Maschinenbau während der Impulstage Führungen durch die Hausmesse und die Produktion von DMG MORI mit anschließenden Diskussion mit Ausbildungsleitern an. Denn nachweislich haben besonders die Eltern einen sehr entscheidenden Einfluss auf die Berufswahl des Kindes, anderseits aber gerade auch in Bezug auf die Berufe des Maschinenbaus teilweise sehr veraltete und klischeebehaftete Vorstellungen. Wie die Feedbacks bestätigt haben, ist es der Nachwuchsstiftung Maschinenbau auf jeden Fall gelungen, hier ganz neue und beeindruckende Einblicke zu gewähren.

Nach den Impulstagen ist vor den Impulstagen 

Das Ziel der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, die Impulstage für Multiplikatoren in der beruflichen Bildung zu einer interessanten und gewinnbringenden Kommunikations-, Diskussions- und Informationsplattform zu etablieren, ist auch mit den fünften Impulstagen in Folge wieder erreicht worden.

Die Ausweitung der Angebote während der Impulstage auf weitere Zielgruppen (Lehrkräfte allgemeinbildender Schulen, Schülerinnen und Schüler, Eltern) sind äußerst positiv aufgenommen worden.

Insgesamt stehen die ersten Impulstage der neuen Nachwuchsstiftung auch dafür, dass nahtlos an den Erfolg der Impulstage in den Vorjahren angeknüpft werden konnte. Dieser Erfolg motiviert zum Weiterdenken und Weitermachen – in 2018 mit den sechsten Impulstagen!

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